„Oh Boy“ – deutsches Drama in Berlin

Das deutsche Indie-Drama „Oh Boy“ hat Kinosäle gefüllt und in den Medien für haufenweise Furore gesorgt. Das Drama wird mittlerweile selbst im Fernsehen oft gespielt. Es zeigt die Zeitlosigkeit auf, die der Film mit sich trägt. Passend dazu ist der Film ganz in Schwarz-Weiß gehalten, was einen Hinweis auf die Übertragbarkeit auf jedwede Zeit gibt. Der gesellschaftskritische Film lädt zum Nachdenken und Hinterfragen des eigenen Verhaltens in der Gesellschaft sowie zum Nachdenken über das System an sich ein.

„Oh Boy“ ist aus dem Jahr 2012. Der Film wartet mit vielen deutschen großen Schauspielern auf, wie beispielsweise Tom Schilling oder Friederike Kempter und ist das Filmdebüt von Jan Ole Gerster. Der Film spielt in Berlin.

Der Protagonist, gespielt von Tom Schilling, wandert in Berlin mehr haltlos als zielstrebig von Ort zu Ort. Seine Tage sind geprägt von Coffee to Go-Kaffees, die er sich dank fehlendem Job gar nicht leisten kann, sein Studium hat er, ohne seinem Vater – seinem Geldgeber – Bescheid zu geben, geschmissen, bis dieser ihm die Karte sperren lässt. Ein Loser also wie er im Buche steht. Dazu kommt, dass der Protagonist sich nicht äußern kann, er wirkt schüchtern, in sich gekehrt. Sein Mangel an Sprache liegt viel mehr an einem inneren Zustand der Unklarheit als einer Persönlichkeitsstörung. Dieser junge Mann, der nicht weiß was er will, sich das nicht eingesteht und in sich selbst keinen Impuls zum Handeln findet, ist unglaublich tragisch und lädt zum Reflektieren des eigenen Verhaltens ein.

Der Film ist dazu noch Kritik an Berlin, an dem Schein, den hier jeder zu vermitteln sucht und dem Sich-Herumtreiben-Lassen um ja geschäftig zu wirken. Die Anonymität der Großstadt spiegelt sich im Protagonisten, der sich falsch in einer Stadt fühlt und einem Leben, das er sich nicht ausgesucht hat, aber nach dessen Regeln er zu spielen scheint.